Forschungscolloqium Migration und Minderheiten

Exposé

Europa Universität Viadrina
Forschungscolloqium Migration und Minderheiten
Rosenberg, Peter / Jungbluth, Konstanze / Weydt, Harald
Sommer Semester 2016
Lorena Richter, Imma.-Nr. 74384
Hausarbeit: Wie vollzieht sich die Identitätsbildung der Afro-Deutschen?

Afrikaner in Deutschland gibt es seit geraumer Zeit, seit dem Mittelalter sind immer wieder Afrikaner nach Deutschland gekommen und zum Teil hier geblieben. Ihre Nachkommen sind in der deutschen Gesellschaft quasi aufgegangen und die Identität somit verloren. Doch vor allem am Ende der Kolonialzeit waren einige Afrikaner in Deutschland, die aufgrund der zwei Weltkriege nicht ausreisen konnten, deren Identität sich weiter getragen.

Forschungen zu diesem Thema zeigen eine Vielzahl von Biografien auf, der Werdegang dieser Menschen und deren Nachkommen sind in Deutschland und Europa aufzufinden. Einige wenige haben sich zu bekannten Persönlichkeiten entwickelt. Auch weil es zu bestimmten Zeiten nur eine einzige Möglichkeit gab Geld zu verdienen, in den Kolonialfilmen der deutschen Produktionen. Hier dienten sie als exotische Komparsen in Filmen wie „Der Baron von Münchhausen“ und anderen Filmen die zum Beispiel in Babelsberg entstanden sind.

Die jüngsten Entwicklungen der Globalisierung haben sehr viel mehr Afrikaner nach Deutschland gebracht als zu früheren Zeiten. Diese Menschen und deren Nachkommen sind sehr viel sichtbarer in der deutschen Gesellschaft aufgrund ihrer größeren Zahl und das Bedürfnis nach Akzeptanz wächst. In den 1980er Jahren hat sich in der intellektuellen Szene in Berlin eine Gemeinschaft von Afro-Deutschen zusammengeschlossen, die von der amerikanischen Dekolonialisierungsbewegung beeinflusst wurde. Die Amerikanerin Audre Lord hat durch ihre Gastprofessur in Berlin eine Bewegung beeinflusst die sich bis heute weiter trägt.

Das Bedürfnis nach Identitätsbildung hat bisher zu diversen Veröffentlichung, Institutionen und Veränderungen geführt. Von einer anfangs eher kleinen homogenen Gruppe weniger afro- deutschen, intellektuellen Frauen in Berlin, hat sich die Bewegung zu einer diversen, vielfältigen Gesellschaftsschicht entwickelt. In großen, wie in kleinen Städten, in den sozialen Netzwerken im Internet, Einzelkämpfer und Gruppen zeigen ihre Identität und bemühen sich um Akzeptanz in der mehrheitlich „weißen“ deutschen Gesellschaft. Immer noch werden sie oft als Exoten behandelt und in alltäglichen, offenen Anfeindungen oder verstecktem Rassismus diskriminiert.

Die jüngsten Entwicklungen deuten auf ein Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe in Deutschland hin, diese Hausarbeit soll den Werdegang, sowie die Schwierigkeiten und Zukunftsperspektiven beleuchten, indem aktuelle Lektüre, Interviews und generelle Forschungen herangezogen werden.

 

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